#01Borelli Park

THE GARDENS

Der Park erhebt sich auf dem viersilbigen Hügel, der schon seit 1250 die Stelle der Angioinosburg und seit 1377 Wohnsitz des Bollerisgeschlechtes war. Nach einer totalen Zerstörung in 1588 wurde der Hügel von den Savoia als Friedhof benutzt und die alte Kapelle der Nostra Signora (die Burg), die später die Kapelle von San Bernardo (L) des Friedhofs wurde, renoviert. Zwischen den Jahren 1828 und 1860 baute der Graf Borelli den Turm (N) in mittelalterlichem Stil an der Stelle der alten Burg wieder auf und ließ die noch notwendigen Trümmerräumungen durchführen. Zudem stattete der Graf den Park mit Brunnen, schattigen Plätzen, einem geräumigen Gewächshaus und vielen Wegen aus, die zu den alten Donjon an der Spitze (4° Stock) führen. Von diesen Elementen bleibt heute lediglich die Schutzmauer. Im Übrigen sollte der Park ein Ablenkung- und Meditationsort sein.

Die geschlossene und exklusive Umgebung war anfänglich nur durch die Carlo Alberto Gallerie (F) aus der Pfarrseite (Eingänge B und C) von der Familie Borelli zugänglich. Nachdem die Stadtverwaltung den Komplex geerbt hatte, wurde für die Allgemeinheit durch den Abbruch eines alten Hauptturms ein neuer Eingang mittels einer Doppelfreitreppe auf dem Statutosplatz gebaut (Eingang A). Der Park ist jetzt ein Ort für kulturelle Events und bietet vielen Touristen und Einwohnern von Demonte während der Sommermonate kühle Entspannung. Er ist nicht nur einer des schönsten Parks mit vier Terrassen des neunzehnten Jahrhunderts, sondern ist zudem mit vielfältigen, aus der ganzen Welt stammenden Pflanzen und Hecken ausgestattet.

3Demonte-mappa_lascito_Borelli-500x400

Katasterkarte des Borellisvermächtnis zum Rathaus von Demonte

(A, B, C) Parkeingänge
(D) Parkeingang (mit Aufzug ausgestattet)
(E) Der Borellispalast
(F) Die Carlo Alberti Gallerie
(G) Der kleine Palast
(H) Die Kirche von San Croce
(I) Der Eisschrank
(L) Die Kapelle von San Bernardo
(M) Der Park
(N) Der Turm

DIE KAPELLE VON SAN BERNARDO UND DIE KLEINE GEDÄCHTNISKAPELLE VON DER FAMILIE BORELLI

Sie befindet sich auf dem zweiten Stock des Borellisparks. Der schon seit 1300 bestehende Bereich, in dem sich die Kapelle des Schlosses mit dem Namen von Nostra Signora befand, wurde nach der Zerstörung des Schlosses im Jahr 1588 als Friedhof (der dritte in Demonte) benutzt: die Kapelle wurde renoviert und San Bernardo und der Madonna della Consolata geweiht. Der Friedhof herum San Bernardo wurde in der Westenpfarrseite von San Donato erweitert. Das Friedhofswachstum wurde aber wegen hygienischer Probleme für die umliegende Ortschaft problematisch. Als im Jahr 1828 der Ort von Graf Borelli erobert wurde, wurde ein neuer Ort am Fuß des Fortes von der Consolata für den Friedhof bestimmt: der neue Friedhof wurde in 1834 eröffnet.

4Demonte_cappella_san_Bernardo-467x350

Die alte Kapelle von San Bernardo, die die Kirche von dem Schloss und dem Friedhof war, wurde wahrscheinlich mehrmals beschädigt und im 18. Jahrhundert von dem Graf Borelli wieder aufgebaut und mit einer Gedenkstätte für die Familie ausgestattet.

Zurzeit zeigt sich die Kapelle auf einer rechteckigen Anlage mit einem einzigen Mittelgang und einem Grab.

In Bezug auf die Gestalt in dem Theatrum Sabaudie (G.Boetto, 1666) fällt auf, dass die Apsis heute nicht mehr existiert.

Nach der gesamten von dem Graf Borelli veranlassten Renovierung des Parks hat die Kapelle ihre heutige Form und Aussehen angenommen. Die äußeren Vorderseiten sind mit neogotischen Malmustern vom neunzehnten Jahrhundert dekoriert. Heute zeigt die kleine Kirche einen beträchtlichen Zerfallszustand. Es waren Wiederherstellungen der äußeren Fresken und Dekorationen (südliche, westliche und östliche Seite) sowie die Abdeckungsrestauration gegen das Eindringen von Regenwasser und das Verhindern der daraus resultierenden Zerstörung gemalter Werke notwendig und vorrangig. Die vordere und hintere Vorderansicht zeigt Anzeichen einer Dekoration, die den mittelalterlichen Gotikstil reproduziert. Auf der Innenseite ist an der Apsiswand Umrisse eines Gemäldes einer Szene aus dem Leben von St. Bernard erkennbar. Von der Kirche betritt man direkt die kleine Gedächtniskapelle der Familie Borelli, in der sich die weißen Sarkophagen aus Marmor befinden. Das Heiligtum ist rechteckig mit einem Tonnendach und bemalten Wänden: das Muster wird von alternierenden weißen und schwarzen Bänden dargestellt, die ein deutlicher Verweis auf die pisanische Kunst sind.

DER EISSCHRANK

5Demonte_il_parco-la_ghiacciaia-467x350

Rechts des Spazierwegs, der von der Carlo Alberti Gallerie zum Park führt, befindet sich der Eisschrank.

Der Eisschrank ist ein wichtiges Zeugnis des vormodernen Hausherrenlebens von Demonte. In der Vergangenheit wurde er als Konservierungsraum benutzt: während des Winters wurde der Schnee eingelagert und in von Stroh getrennten Schichten aufbewahrt. Im Sommer wurde das Eis in Blöcke geschnitten. Der Eisschrank ist unterirdisch und erscheint mit einer umgekehrten Kuppel. Heute sind die Besichtigungen möglich dank seiner vollkommenen Renovierung. Aus dem Inneren des Gebäudes aus Steinen und Steinplatten kann man durch eine Kellerluke den Eisschrank bewundern. Die Stadtverwaltung hat nicht aus praktischem, sondern auf historischem und kulturellem Interesse die Renovierungsarbeiten in Gang gesetzt.

DAS GEWÄCHSHAUS

Das Gewächshaus ist auf dem zweiten Stock des Parks gelegen.

Das Gewächshaus ist mit fünf großen Glasfenstern ausgestatten, sodass die Pflanzen auch in winterlichen Monaten die Sonnenstrahlen ausnutzen können. Es wurde insbesondere von dem Gärtner Carlo Bagnis in den Jahren der letzten Marchesa Crispolti/Borelli gepflegt.
Es handelt sich um ein rechteckiges Mauer- und Glasgebäude (15 Mt. X 4 mt.), das völlig erneuert wurde.

6Demonte_il_parco-la_serra-467x350

DER TURM

7Demonte_il_parco-la_torre-467x350

Der zylindrische und mit Zinnen versehene Turm, der das wichtigste Symbol des Parks ist, erhebt sich auf einem rechteckigen Fundament und ist auf einen früheren Turm zurückführbar, der mit einer Kastellanstruktur an das 14. Jahrhundert erinnert.

Der Turm befindet sich mit seinem interessanten Panoramapunkt auf der letzten Terrasse des Parks, die das Donjon des alten Angioinosburgs war.

Mit einer Treppe ausgestattet bewahrt der Turm auf der Innenseite einige dekorative Malereien. Der Raum ist jedoch zurzeit wegen des Mittelstockeinsturzes nicht zugänglich.

Obwohl die vorausgesehenen Bergungsarbeiten für die Restauration von den verschiedenen Parksteilen zahlreich und wirtschaftlich aufwendig sind, opfert die Stadtverwaltung sich für die architektonische und historische Wiederherstellung der Kapelle von San Bernardo und dem Turm durch das notwendige Aufbringen finanzieller Mittel. Durch die schon realisierten Restaurierungen (die Abdeckung und die Restauration des Borellispalastes, die Restauration der Carlo Alberti Gallerie, des kleinen Palastes, des Eisschranks und des Gewächshauses) kann man den Einwohnern und den Touristen einen Eindruck des historischen und kulturellen Dorflebens des 19. Jahrhunderts sowie der Schönheit und der eigenen Atmosphäre der schattigen Gärten dieses Parks geben.
Neulich sind dank der Gemeinde und den Vereinigungen von Demonte nicht nur eine vierte Eintritt mit einem Aufzug (Renzo Spada Platz) sondern auch eine Katalogalisierung der Bäumen des Parks realisiert worden.

Bibliographie

– “Relazione storico-tecnica preliminare al restauro del Palazzo Borelli”, 1996 del Politecnico di Torino, Professoressa Dottor Arch. Claudia Bonardi
– “Parrocchia S.Donato di Demonte” Ed. Diocesi di Cuneo, 2008
– Studio Architetti Associati Torino – “Palazzo e Parco Borelli, progetto di restauro e valorizzazione”, 2010, Arch. Carla Bartolozzi,
– “Demonte ieri e oggi”, Primalpe Edizioni, 1983
– Archivio storico della Confraternita di San Giovanni Decollato di Demonte