#05 Der Bolleris/Borellispalast

DER BORELLISPALAST

1606 begann die Geschichte des Bollerispalastes (heute Borelli) durch den Aufbau eines von der Marchese Gaspare Bolleris veranlassten Gebäudes am Fuß der Feudalfestung. Das Gebäude (K) ist in dem Theatrum Sabaudie markiert. Der Einschnitt wurde im Jahr 1666 von Giovenale Boetto (Vol. II, Tafel 45) neben dem kleinen Platz der Olmi (heute Statutosplatz), dem kleinen Palast sowie der Bruderschaft von S. Croce (D), den Ruinen von dem Schloss Angioino und der Kapelle von S. Bernardo durchgeführt.

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Im Jahr 1694 vererbte die Erbin Margherita Cicotier den Töchtern Eleonora und Claudia den Palast. Das Testament (Privatarchiv) zeigt zum ersten Mal den wirklichen Gehalt des unbeweglichen Gutes, die Zahl und die Funktionen der Innenräume. Man folgert zunächst, dass die südliche Seite auf Martirisstraße zerstört und beschädigt sei; in dem verbleibenden Teil sind einige Räume zum öffentlichem Gebrauch inbegriffen, wie z.B. zahlreiche Läden, die Gefängnisse, ein „Gerechtigkeitsraum“ mit der Richterwohnung und manche Keller. Zwischen den Familienräumen werden zwei Wohnsitze bestimmt: einer für Caj (der Mann von Eleonora) nach Westen und einer für Berenger (der Mann von Claudia) nach Osten. Der Wiederaufbau der südwestlichen Palastseite wurde ab 1707 dank dem Vicomte Alfonso Berenger Bolleris als Ergänzung des Adelswohnhauses des vorherigen Jahrhunderts durchgeführt. Die Außenseite erinnert an den Barockstil und leidet an der enthaltsamen Architektur der Turin von Guarini. Heute ist sie noch immer die besser realisierte Stadt- und Ansehensbergung von Demonte. Die fortlaufenden Erben Bolleris wechselten im Jahr 1747 den Name wieder: die Bianco und die Canobio wurden den Bereger hinzugefügt. In einem Dokument aus 1777 kamen Francesco Berenger und Carlo Canobio für den Aufbau der Bedeckung des kleinen Hofs sowie für die Freitreppe mit Hängekapitellen überein. Diese Bergungen waren insbesondere nötig, um den Zutritt zum Laubengang vor Regen zu schützen.

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Am Ende des achtzehnten Jahrhunderts wohnten die Adelsinhaber des Palastes außerhalb von Demonte. Im Jahr 1815 wohnte Gaspare Bianco Bolleris in Cuneo und seine Tochter Anna in Mondovì. Die Gräfin Teresa wohnte in Turin (zurzeit ist die Gräfin Lorenza Lanza der letzte und indirekte Nachkomme von den Bolleris-Cicotier-Cays).
Im Jahr 1828 bekommt der Graf Borelli dank des Erben den Palast, den kleinen Palast, die Ruinen des Angioinoschlosses und die Kirche von S. Bernardo.

Ein Gewölbedetail des Borelli Palasteingangs.

Der Graf Borelli führte die Bergungsarbeiten und die Erneuerung der Wohnung durch. Er hat nicht nur die Carlo Alberti Gallerie, die den Palast mit dem Garten verbindet, aufgebaut sondern auch der Kapelle von S. Bernardo eine kleinere Kapelle zusammengestellt. Schließlich erneuerte er den Oberstock des kleinen Palasts (der Wohnsitz wurde oft von dem König Carlo Alberti während seiner Ortstermine in Zusammenhang mit der Vinadio Fortaufbau benutzt) und veränderte den alten Ort des Schlosses in einen wunderbaren Garten mit vier Terrassen.

Das realisierte Projekt zielte dann daraufhin, die verschiedenen Teile des Bolleriseigentums in eine neue und moderne Residenz zu verändern. Die Arbeiten dauerten von 1828 bis 1860 und betrafen nicht nur die Architektur sondern auch die Stadtanordnung von Demonte.

Das komplizierte Treppensystem des Borellipalasts.

Im Jahr 1954 wurde der letzte Borelli, der Graf Guido, der Stadtverwaltung von Demonte die Familieneigentum hinterlassen.

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In der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts wurde der Borellispalast vielen Veränderungen unterzogen. Der Gebrauch der südwestlichen Seite als Stadtinternat liegt tatsächlich noch Jahre nach dem Tod von dem Graf Guido zurück. Der zweite Stock wurde als Schlafsaal benutzt und der Adelsstock war für Lehrräume vorgesehen. Der kleine Palast wurde nördlich als Internatsschule, Refektorium und Küche benutzt. Die bedeutenden Schäden betreffen das Verputzen der Wände, das die Fresken verdeckt hat; die Verteilung einiger Räume, die als Toiletten benutzt wurden; die Zimmerdeckensenkung und vor allem der Schnitt der originalen Bodenbeläge zugunsten des Wasserheizungsgeräts, das auf Dauer die Beschädigung der Wandbilder verursacht hat. Der westliche Teil des Palastes wurde in den 90er Jahren einem Kreditinstitut verkauft, das den Palast stark renovierte. Als das Internat seine Tätigkeit beendet hatte, erneuerte die Stadtverwaltung weitestmöglich die südöstliche Seite des Palastes, indem die zwei Stöcke als „Spazio Lalla Romano“ und Kulturzentrum benutzten. Zudem wurden auch die Vorhalle und die Prunktreppe renoviert. Die letzten Verschönerungsarbeiten des Gebäudekomplexes wurden im Jahr 2011 durchgeführt und betrafen die Carlo Alberti Gallerie und den kleinen Palast (seit 2012 die Stadtbibliothek). Der Raum unter der Carlo Alberti Gallerie wurde in den Touristeninfopunkt geändert.

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Der herrschaftliche Borellispalast ist aus zwei Baukomplexen entstanden, die sich am Statutosplatz, der Martiri e Caduti Straße, der Pfarrstraße und Archivolto Straße zeigen. Das Stadtviertel zeigt die Feudalherkunft des Komplexes. Der Palast, der kleine Palast, der Park, die Kirche sowie die Ruinen des Schlosses sind wichtige Elemente, die mit den Herren von Demonte verbunden sind.

Die zwei Baublöcke teilen einen gemeinsamen Eingang, der mit Säulen und Gewölben mit geometrischen Bemalungen des 19. Jahrhunderts (die Wappendarstellung der Grafen Borelli) ausgestattet sind. Von Bedeutung sind noch der Hof und das Oberlicht. Die zwei Blöcke sind mit einer Freitreppe verbunden und ihr umlaufendes Balkonsystem führt zu dem Adelsstock.

Links auf der gegenüberliegenden Seite befindet sich nach den zwei ersten Rampen der Teil der Familie Bolleris – Cicotier – Berenger wohingegen die rechte Seite mit einem riesigen Wohnzimmer und mit Fresken bemalten Zimmerdecken dem Teil zur Famielie Bolleris – Cicotier – Cays zugehörig war.

Der Palastkern war und ist das Ehrenwohnzimmer.

Die Ausschmückungen des Wohnzimmers sind ziemlich gemischt. Das leichte Gewölbe aus Holz und das Mauerwerk lehnen an großen Kragsteinen (leere Streben aus Holz), die von Kitt bedeckt sind. Die Dekorationsanlage aus Stuck und Gemälden ist mit der Konsole auf dem Stützbalken festgebunden. Der Träger wird von den Säulen mit Goldkapitellen gestützt.
Die Qualität der Stuckarbeiten und der eingefügten Ladenschaften steht zu der Dekorationsgesamtheit und zu dem Blumenstil der gemalten Girlanden in Widerspruch.

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TAn den Wänden befinden sich zwei Fresken. Das Erste zeigt das Fort der Consolata (eine deutliche Ansicht der Frontalseite des Fortes) wohingegen das zweite die Laterne von Genova darstellt, um an die verbrachte Periode in Genova des Grafen Giacinto Borelli zu erinnern. In dem Unterteil des Wohnzimmers verbleiben lediglich einige Bemalungen an der Treppe und an dem rosafarbenen Kamin aus Marmor. In Hinsicht auf die Fresken, den Wandsockel und die Säulen ist erkennbar, dass diese vorher gemalten Elemente einer weiteren Anstrichrenovierung im 19. Jahrhundert unterzogen wurden.

In dem Gewölbe sticht ein großer Rabe hervor, der das Symbol der Adelsfamilie der Salmotoris in den Bolleriszeiten war.

Weitere Zimmer: neben dem Ehrenwohnzimmer gibt es das Zimmer der Künste. In dem Gewölbe befindet sich die Mutter der Musen „Mnemosyne“.

Das Esszimmer, das Obstzimmer sowie das Blumenzimmer wurden zur damaligen Zeit als Wohnzimmer oder Schlafzimmer der Familie Borelli benutzt. Bedeutend sind die verzierten Kassettendecken und die bemalten Übertüren, die wahrscheinlich von den Schülern des Internates beschädigt wurden (der Borellipalast beherbergte tatsächlich in der Hälfte des 20. Jahrhunderts eine Internatsschule).

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Der Oberstock des Borellispalastes zeigt einige Räume mit fein verzierten Zimmerdecken.

Die Räume konnten sowohl als Wohnsitz der Familie als auch als Dienstpersonalwohnung benutzt werden. Ihre Anordnung wurde wahrscheinlich durch die Renovierung des 18. Jahrhunderts bestimmt und betraf alle Palastseiten. Dank einer Vermessung in den neunziger Jahren ist klar geworden, dass die durchgeführte Renovierung vorhandene Strukturen des Palastes (die transversalen Wände, die Arkaden) beibehielt. Um die Wandnutzung zu ermöglichen, wurden die Räume schief gebaut und es wurde lediglich eine partielle Regelung aufgestellt, in der die Wanddicke verändert wurde.

Wie schon erwähnt gehört die westöstliche Seite zum Kreditinstitut von Cuneo und ist deswegen von den Touristen nicht benutzbar. Die Gewölbe sind mit Fresken und einem Saal ausgestattet, der an das Ehrenwohnzimmer grenzt und zur damaligen Zeit zum Rauchen und Billard-Spielen benutzt wurde.

Zurzeit befindet sich im ersten Stock das „Spazio Lalla Romano“, wohingegen im zweiten Stock das Kulturzentrum der Vereinigung Amici di Demonte gelegen ist.

Bibliographie

– “Relazione storico-tecnica preliminare al restauro del Palazzo Borelli”, 1996 del Politecnico di Torino, Professoressa Dottor Arch. Claudia Bonardi
– “Parrocchia S.Donato di Demonte” Ed. Diocesi di Cuneo, 2008
– Studio Architetti Associati Torino – “Palazzo e Parco Borelli, progetto di restauro e valorizzazione”, 2010, Arch. Carla Bartolozzi
– “Demonte ieri e oggi”, Primalpe Edizioni, 1983
– Archivio storico della Confraternita di San Giovanni Decollato di Demonte