#04 Die Pfarrkirche von San Donato

DIE KIRCHE

Die Kirche, die schon in einem Dokument des 1332 erwähnt wurde, übernahm den Pfarrdienst im Laufe des fünfzehnten Jahrhunderts als Ersatz zu der Kirchengemeinde von San Giovanni Battista, die den Streifzügen und den Gefahren des Krieges ausgesetzt war. Das gleiche Problem betraf auch die Kirche von Santa Maria Maddalena, da auch sie außerhalb des Mauerrings von Demonte gelegen war.
Im Jahr 1431 wurde die Kirche dank des Bischofs von Turin mit dem Baptisterium ausgestattet. Außerdem erlaubte er die Sakramentsdienste unter der Bedingung, dass die Kirche entsprechend erneuert wird. Am Ende des Jahrhunderts wurde die Kirche mit ihren drei Schiffen und Dachstuhl bei Sicht völlig erneut. Im Jahr 1955 wurden die drei Pfarreien durch die Verordnung des Archidiakons der Kirche Metropolitana von Turin zu der Kirche von San Donato vereinigt.

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Einige Bergungsarbeiten von Bedeutung wurden zwischen den Jahren 1665 und 1671 realisiert: die Stadtverwaltung ließ die Fassade und die Kanzel aus Holz aufbauen. Das Gebäude nimmt Bezug auf ein Projekt von F. Bottero und durch die Empfehlungen von Giovenale Boetto typische Barockskonnotationen an. Die Kapelle wurde mit Stuckarbeiten und Fresken von Giuseppe Nuvolone und Giovanni Claret (der Maler von „die Schlacht von Lepanto“) verschönert.

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Im neunzehnten Jahrhundert wurde die Kirche vielen Bergungen unterzogen, wie der Wiederaufbau der Sakristei und des Waschraums aus Schwarzmarmor 1713; die Einfügung des Kreuzwegs in 1739; die Konstruktion eines vierten Schiffes in 1750; die Ausstattung einer Brüstung und einer Taufkapelle aus Marmor von Scala zwischen 1776 und 1789. Im Jahr 1864 wurde die Kirche wegen des Bedürfnisses nach Bergungsarbeiten für das Dach nicht nur durch die Senkung der Schiffe, sondern auch mit dem Wiederaufbau der Fassade sowie der Erweiterung des Presbyteriums und der Verschiebung des Hochaltars völlig erneut. Die Arbeiten dauerten 25 Jahre. In 1906 wurden die Dacharbeiten nochmals nachgebessert. Für das Projekt von Caviglia wurde das Dach zerstört und drei Meter höher wieder aufgebaut: die Perspektiven zwischen der Weite und der Größe des Mittelschiffs wurden wiedergeherstellt. Das Gewölbe wurde mit Rosetten aus Kitt verziert und in 1907 dasselbe mit den Wänden des Presbyteriums und dem Hintergrund der Rednertribüne von dem Maler Bartolomeo Giorgis mit Fresken bemalt.presbytery and the wall over the organ loft (1915).

Die Fassade des neunzehnten Jahrhunderts zeigt eine rohe Mauer aus Backstein. Sie ist von zwei statuarischen Figuren-Gruppen gekrönt, die die Theologietugend und die Inhaber der drei alten Pfarreien Santo Donato, Giovanni Battista und Maria Maddalena darstellen.

Das Innere bietet einen großen Raum an, der zwei schöne Weihwasserbecken des achtzehnten Jahrhunderts enthält.

LINKE SEITE

Bevor der linke Kapelle ist ein Kruzifix aus Holz des 16. Jahrhunderts zu erkennen.

Das Baptisterium weist eine Wanne aus Marmor (1789) von Scala und eine statuarische Gruppe aus Kitt des achtzehnten Jahrhunderts (die Taufe von Jesus) auf.

In der folgenden Kapelle befindet sich der Altar von Sant’Eligio (der Schirmherr der Schmiede und der Hufschmiede). Von diesem Heiligen nahm sie den Namen in 1762 an, als die Bruderschaft sich mit diesem Altar von Sant’Eligio angliederte. Die Altartafel stellt die Kontemplation des gekreuzten Jesus von dem Bischof Eligio und dem Heiligen Costanzo dar. Unmittelbar darauf befindet sich der Altar der Fürbitte.

Von Anfang des Jahres 1636 wurde es von der Bruderschaft der Fürbitte geführt, die in 1742 der ehrwürdigen Bruderschaft della Beata Vergine del Suffragio di Roma angegliedert wurde. Der heutige Altar aus 1911 ist dem Stuckateur Piazzalunga zu verdanken während die Ausschmückungen aus 1912 von Bartolomeo Giorgis stammen. Das Gemälde von einem unbekannten Maler der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts stellt die Seelen des Fegfeuers dar. Auf dem Bild kann man die Heiligen Paolo und Michele deutlich erkennen. Am Fuß von Maria befindet sich Michele.

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Der Altar von Santo Stefano und San Magno. Durch die Erneuerung des 1750 wurde der Altar den Heiligen Stefano und Magno geweiht. Das Gemälde der Jesuskreuzabnahme zwischen den Heiligen Isidoro und Magno ist von einem unbekannten Autor. Auf den Seiten befinden sich zwei Nischen, zwei Statuen von San Magno: eine mit dem thebäischen Anzug und eine mit Zivilanzug.

Der Altar der Heiligen Anna gehört zu dem Patronat der Familie Bolleris, deren Wappen in dem Unterstück des Altars hervorsticht. Das Gemälde aus der zweiten Hälfte des achtzehnten Jahrhunderts ist von einem unbekannten Autor und stellt die Madonna mit dem Christ und den Heiligen Agata, Ludovico da Tolosa und Pietro dar.

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Die Kapelle des Heiligen Giuseppe. Die Kapelle entstand im Jahr 1750 durch den Aufbau des vierten Schiffes, obwohl schon die Bruderschaft des sterbenden heiligen Giuseppe bei dem Altar existierte. Auch die Universität der Schreiner feierte bei demselben Altar die Schutzherrschaft von dem Heiligen Giuseppe. Die Altartafel, die ein Werk des Malers Carlo Andrea Barocco (1750) ist, zeigt den sterbenden Giuseppe. Das Werk ist von sieben kleineren Gemälden umgegeben, die einige Szenen des Lebens des Heiligen Giuseppe darstellen. Auf der Nebenseite zeigt ein Gemälde die heilige Familie von Nazareth.

Die Statue aus Holz des Heiligen Donato. Sie ist auf der Seite des Presbyteriums aufgestellt und gehört zu S. M. Clemente (1762).

Der Hochaltar ist von dem Marmorsteinmetz Scala (1776), aus der sich ein Kruzifix (1913) des Bildhauers Guacci aus Lecce erhebt.

Die Altartafel des Heiligen Donato gehört zu dem Maler F. Alisiardi aus Rivoli (1839). Sie zeigt die Madonna mit dem Christ und die Heiligen Giovanni Battista, Donato und Maria Maddalena, die die Inhaber der drei alten Kirchen waren. Auf der Altartafelseite sind zwei Gemälde gelegen: die Kreuzabnahme und die Anbetung der Schäfer.

Die Wände des Presbyteriums. An den Wänden befinden sich die Fresken von Bartolomeo Giorgis, die die Erscheinung des Heiligen Herzen an Santa Maria Margherita Alocoque und die Madonna von Lourdes des 1912 zeigen. In den zwei Untergemälden eines unbekannten Autors wird das letzte Abendmahl und die Geburt Christi (XVII Jahrhundert) gezeigt.

Die Sakristei. In den Reliquiaren des großen Möbels aus Holz werden heilige Einrichtungsgegenstände ausgestellt. In dem Fußboden ist die Platte aus Marmor des klerikalen Grabs gelegen.

RECHTE SEITE

Die Statue der Modonna der guten Empfehlung. Sie befindet sich auf der Seite des Presbyteriums und ist von Engeln umgegeben. Hierbei handelt es sich um ein Werk des Bildhauers Rosario aus dem Jahre 1853.

Die Kapelle des heiligen Rosenkranzes. Der derzeitige Altar aus Marmor (1803) kommt aus der kleinen Kapelle des Heiligen Carlo des Forts Consolata. Die Mysteriumsskizzen des Rosenkranzes gehören zu dem Maler Aprile (1761). Die Fresken der Gewölbe mit Barockstuckarbeiten sind dagegen auf den Maler Nuvoloni (1671) zurückzuführen und zeigen einige Szenen aus dem Leben von Mariä. Die Holzstatue der Madonna des Rosenkranzes (1686) ist von dem Bildhauer G. Vallo.

Auf der rechten Seite befindet sich das Fresko von der Schlacht von Lepanto vom Maler Giovanni Claret (1665).

Der Altar vom Heiligen Luigi. Der Altar stammt aus der Mitte des achtzehnten Jahrhunderts. Die Altartafel zeigt die Madonna der guten Empfehlung mit den Heiligen Luigi, Pietro, Paolo und Antonio Abate. Die Holzstruktur kommt aus der Pfarrei von der Heiligen Maria Maddalena (die Kapelle von San Dalmazzo).

Der Altar von der Heiligen Lucia. Der Altar aus Marmor ist mit dem Jahr 1829 datiert. Die Altartafel stellt die Madonna mit dem Christ, die Heiligen Lucia, Dalmazzo, Bartolomeo und Andrea dar und ist auf den Maler A. Pastore zurückzuführen.

Der Altar des Kruzifixes. Die Marmore der Tafel und des Altartuches sind auf G. Monti aus Valdieri (1876) zurückzuführen. Die Mauerverkleidungen und der Altarsockel sind von dem Marmorsteinmetz Manzo aus Monodvì (1907). Viele Statuen befinden sich in der Nische auf der Gegenseite.

Rednertribüne und Orgel. Der Hintergrund wurde im Jahr 1915 von Bartolomeo Giorgis gemalt und stellt das Paradies mit den Engel, der Heiligen Cecilia und dem König Davide dar. Die Orgel ist ein Werk des Betriebs Vittino-Veggezzi aus Centallo.

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Kreuzweg. Auf der Innenseite des Mittelschiffens wurden einige Gemälde des Kreuzwegs auf die Reihen gestellt, die im Jahr 1739 von dem Maler P. A. Botta aus Cuneo gemalt wurden.

Das Gewölbe. Die Fresken wurden 1907 von dem Maler Bartolomeo Giorgis aus Cuneo gemalt. Sie zeigen die Anbetung des heiligen Sakraments, den Triumph des Heiligen Donato und das Herz Christi mit den Heiligen Pietro, Paolo, Giovanni Battista und Maria Maddalena. Oberhalb der Fenster des Mittelschiffs erinnern die Medaillen an die zehn Gebote.

Einige Sitzbänke, die mit Kniebank ausgestattet sind, zeigen in ihrer Rückenlehne Gravierungen der Zeichen des Grafen Borelli und des Grafen Berenger.

Bibliographie

– “Relazione storico-tecnica preliminare al restauro del Palazzo Borelli”, 1996 del Politecnico di Torino, Professoressa Dottor Arch. Claudia Bonardi
– “Parrocchia S.Donato di Demonte” Ed. Diocesi di Cuneo, 2008
– Studio Architetti Associati Torino – “Palazzo e Parco Borelli, progetto di restauro e valorizzazione”, 2010, Arch. Carla Bartolozzi,
– “Demonte ieri e oggi”, Primalpe Edizioni, 1983
– Archivio storico della Confraternita di San Giovanni Decollato di Demonte